Hunde spenden Blut: 12 Blutgruppensysteme

Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Hunde als Blutspender: bis zu 4x pro Jahr & 12 Blutgruppensysteme gibt es

Vorsorge/Blutspende/Blutgruppen - news: 15/04/20

  • Bluttransfusionen gibt es auch bei Hunden
  • Bei schweren Unfällen, Vergiftungen, aber auch anderen Erkrankungen
  • Es gibt 12 verschiedene Blutgruppensysteme
  • Nicht jeder Hund ist als Spender geeignet

 

Blut kann innerhalb der gleichen Art für Transfusionen verwendet werden. Wie bei Menschen existieren aber auch beim Hund verschiedene Blutgruppen, die sich durch Oberflächenproteine an den roten Blutkörperchen unterscheiden. Im Notfall kann einmalig auch Katzenblut übertragen werden.

1. Blutgruppen: es gibt 12 verschiedene Blutgruppensysteme

In der Hundepopulation existieren zwölf verschiedene Blutgruppensysteme. Wichtig für die Verträglichkeit einer Bluttransfusion ist DEA 1.1. Vor einer Transfusion wird mit Kreuzreaktionen getestet, ob ein Hund DEA 1.1 positiv oder negativ ist. Wird kein Schnelltest durchgeführt, kann eine Bluttransfusion auch tödliche Folgen haben.

2. Welche Hunde als Spender geeignet sind

Spenderhunde sollten selbst noch keine Bluttransfusion erhalten haben.

  1. Der Hund muss gesund und geimpft sein.
  2. Er sollte ein Körpergewicht von mindestens 25 kg haben.
  3. Ideal ist ein Alter von 1-7 Jahren.
  4. Reagiert ein Hund auf eine Blutentnahme gestresst oder ängstlich, ist er nicht als Spender geeignet.
  5. Hund, die mit Ihrer Familie regelmäßig in den Süden reisen, sind er als Spender nicht geeignet, da sie Infektionskrankheiten übertragen können.

Das gespendete Blut wird entweder gelagert oder direkt von Spender zu Empfänger übertragen. Eine Blutlagerung ist bis zu 42 Tage möglich. Universitäten und große Tierkliniken verfügen über eigene Blutbänke und Listen von Spenderhunden, deren Besitzer bei Bedarf angerufen werden können.

4. Warum Blutspenden auch für den Spender gut ist

Viermal im Jahr können je 450 ml Blut entnommen werden. Bei jeder Blutabnahme wird der Spenderhund tierärztlich untersucht, die Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert. Dadurch können Infektionskrankheiten oder Schäden an inneren Organen früher erkannt werden.
Nach der Spende erhält ihr Hund eine besonders gute Belohnung. 

Eine Blutspende schadet nicht, die abgenommene Blutmenge wird rasch wieder vom Körper gebildet. Blutspenden können Hundeleben retten. Nur mit einer großen Anzahl von Spendertieren kann eine ausreichende Versorgung mit Blut im Bedarfsfall gesichert werden. Lassen sie ihren Hund als Spender registrieren.

5. Wann eine Bluttransfusion benötigt wird

  • Ist durch großen Blutverlust ein Schockzustand entstanden, fehlen rote Blutkörperchen. Der Blutdruck sinkt ab, die Organe können nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. 
  • Bei einer Vergiftung mit Rattengift wird die Blutgerinnung durch eine Transfusion wiederhergestellt.
  • Leidet ihr Hund unter einer chronischen Nierenschwäche, ist die Blutbildung gestört, es sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden. 
  • Ist eine große Operation geplant, kann vorher Blut entnommen und gelagert werden. Während der Operation wird ihr Hund dann mit seinem eigenen Blut versorgt.

6. Zu den Risiken einer Bluttransfusion für den Empfängerhund

Erhält ein Hund die falsche Blutspende, reagiert das Immunsystem mit einer allergischen Reaktion. Eine Zerstörung der roten Blutkörperchen und ein anaphylaktischer Schock können die Folge sein.

 

Möchten Sie mehr über das Thema Blut & Blutuntersuchungen wissen? Über das großes und kleine Blutbild hier.